Das Hummeljahr




Jahr für Jahr spielt sich, vom Großteil der Menschen unbeachtet, immer wieder ein Zyklus ab, der ebenso faszinierend wie interessant ist.

Während im Winter eisige Stürme toben und der Schnee die Landschaft zudeckt, verschlafen die Hummelköniginnen die kalte Zeit geschützt in der Erde. Erst die warmen Strahlen der Frühlingssonne erwecken die Lebensgeister der Insekten und locken sie aus dem Winterversteck. Je nach Art kann dies zwischen Anfang März und Anfang Juli liegen.

Nach langem Winterschlaf muß sich die Hummelkönigin erst einmal an den ersten Frühlingsblüten mit Energie aus frischem Blütennektar versorgen. Danach beginnt sie, nach einem geeigneten Platz für ein Nest Ausschau zu halten. Zu diesem Zeitpunkt gibt es ausschließlich Königinnen! Alle anderen Hummeln, also Arbeiterinnen und Drohnen, sind im Herbst gestorben.

Auf sich allein gestellt, beginnt die Königin also, ein neues Nest zu gründen. Dazu inspiziert sie verlassene Mäusehöhlen, aber auch alte Vogelnester, Baumhöhlen usw., bis sie einen geeigneten, geschützten und trockenen Platz gefunden hat. Material wie Laub, Moos oder Tierhaare, das sich vom Vormieter noch dort befindet, wird zerbissen und zu einer 3-4 cm großen Kugel verflochten.

Feuchtes Material wird zuvor von der Königun durch ihre Körperwärme getrocknet ! Hummeln sind in der Lage, ihre Flügel von den Muskeln “abzukoppeln” und die Flügelmuskulatur sozusagen im Leerlauf arbeiten zu lassen. Dadurch entsteht Wärme, mit der feuchtes Material getrocknet und das Nest an kalten Tagen gewärmt wird.

Ist das Nest fertig, beginnt das Insekt, einen Vorratsbehälter aus Wachs zu basteln, der anschließend mit Honig und Blütenpollen gefüllt wird. Außerdem wird die erste Hummelwabe, ein kleines rundes Tönnchen, gebaut und mit Blütenpollen gefüllt.

Nach 2 – 4 Tagen ist diese Arbeit erledigt, die Königin legt in die Wabe 5 – 15 Eier und verschließt sie mit Wachs. Die Wabe mit den Eiern wird anschließend von der Königin “bebrütet”, d.h. durch “Leerlauf” der Flügelmuskulatur erwärmt. In dieser Zeit verlässt die Königin das Nest nur für wenige Minuten am Tag. Sie ernährt sich nun von dem zuvor angesammelten Honigvorrat.

Nach 5 Tagen ist es dann soweit, aus den Eiern schlüpfen die ersten Larven, die sich nach weiteren 8 Tagen verpuppen. Während der Verwandlung der Larve in eine Hummel entsteht in den Kokons Wärme, die wiederum hilft, neue Eier zu bebrüten.

Nach weiteren 10 Tagen schlüpfen aus den Kokons die ersten Arbeiterinnen, die bereits nach 2 weiteren Tagen trocken und zum Arbeitseinsatz bereit sind. Also erst nach etwa 4 Wochen hat die Königin erste Arbeitskräfte. Bis dahin muß sie alles alleine erledigen !

Die ersten Tage kümmern sich die neuen Arbeiterinnen erst noch um die neue Brut, anschließend fliegen sie aus, um Honig und Pollen zusammeln. (Zum Vergleich: Honigbienen fliegen erstmals nach 3 Wochen aus !!). Der erste Schlupf bring ca. 5-10 Arbeiterinnen, der zweite bereits ca. 15-20, der drite 30 usw., bis ein Volk voll entwickelt ist und je nach Art 50 – 600 Insekten umfaßt.

Im Hochsommer, wenn das Volk seine größte Stärke erreicht hat, werden Drohnen geboren, also männliche Hummeln, sowie junge Königinnen. Im Herbst beginnt dann das Volk langsam zu sterben, da die Altkönigin aufhört, neue Eier zu legen.

Drohnen und Jungköniginnen fliegen zum Hochzeitsflug aus und kehren nicht wieder zurück. Nach dem Hochzeitsflug fressen sich die Prinzessinen einen “Winterspeck” an und füllen ihren Magen randvoll mit Honig, um sich anschließend in den Winterschlaf zu begeben.

Das alte Nest ist nun ausgestorben und verlassen, die Arbeiterinnen und Drohnen sind tot. Auch die Altkönigin stirbt, nachdem sie etwa 12 Monate gelebt hat.

Der Winter zieht ins Land, bis erneut die Frühlingssonne eine verschlafene Hummelprinzessin aus dem Winterquartier lockt. Ein neuer Zyklus beginnt…..



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Die Bienen, der Imker
und der Honig…

Imkerei Alex Schlecht