Winterhummel



Hummelfreund Gottfried Dick bei Bonn berichtete im Forum über ein außergewöhnliches Experiment, das er in der Zeit von November 2003 bis Februar 2004 durchgeführt hat. Nachfolgend sind seine Angaben von mir chronologisch zusammengefaßt; die Bilder stammen von Gottfried.

Anfang November (08.11.2003) entdeckte Gottfried eine dunkle Erdhummelkönigin, die regelmäßig in einen Nistkasten mit einem verlassenen Nest aus dem Sommer einflog. Das alte Nest war ebenfalls von Erdhummeln bewohnt gewesen und seit Anfang September verlassen.

Bereits wenige Tage später, am 15.11., flog die Königin mit Blütenpollen ein. Sie hatte in der Abdeckung des alten Nestes ein kleines, separates Nest gebaut. Gottfried setzte dieses neue Nest am 25.11.2003 in einen sauberen Nistkasten um und stellte diesen in einen beheizbaren Raum, um Nest und Königin vor Frost zu schützen. Bei 10-20 Grad Raumtemperatur fütterte er die Hummel mit Zuckerlösung (Frucht- und weißem Zucker), die im Kasten und Vorbau verabreicht wurde. Zusätzlich bot er vor dem Nesteingang Pollenbrei mit Zuckerlösung an, welchen die Königin bereitwillig annahm. Offenbar war dieses künstliche Nahrungsangebot ausreichend, denn am 06.12.2003 schlüpften die ersten kleinen Arbeiterinnen. Der zweite Schlupf war bereits am 18.12. zu beobachten.

Freigehege
Da die Arbeiterinnen in dem geschlossenen Raum ständig an die Fensterscheibe flogen bastelte Gottfried ein kleines “Freigehege” an den Nistkasten (siehe Bild). Am 25.12. bestand das Volk bereits aus 10-12 Arbeiterinnen.

Der große Schock kam dann jedoch zum Jahreswechsel: die Königin saß verklebt und mitgenommen außerhalb des Nestes und starb in kurzer Zeit. Die Ursache für ihren Tod ist unklar, denkbar wären u.a. Parasiten.

Da sich noch nicht geschlüpfte Eier im Nest befanden stieg die Zahl der Hummeln trotzdem bis zum 06.01.2004 auf ca. 20 Arbeiterinnen an. Erfreulicherweise sind sogar Jungköniginnen geschlüpft!

Arbeiterinnen und die (vermutlich 2) Jungköniginnen flogen Mitte Februar durch das geöffnete Fenster nach draußen und kehrten mit Pollen zurück. Offenbar fanden sie ausreichend Frühlingsblüher wie Weidenkätzchen für erfolgreiche Sammelflüge. Auch Drohnen sind aus dem Nest hervorgegangen und es befanden sich Mitte Februar noch zahlreiche Drohnen-Waben im Nest. Die Eier wurden von den Arbeiterinnen gelegt, da die Königin gestorben war. Die Drohnen flogen nach einiger Zeit aus und kehrten nicht mehr zurück.

Gottfried berichtete außerdem von einer ersten gelungenen Ansiedlung in diesem Jahr (2004). Eine sehr früh zurückkehrende Königin gründete in einem seiner Nistkästen bereits Mitte Februar ein neues Nest!

Wie es seinen Winterhummeln weiterhin ergeht und ob sich evtl. eine mögliche Zusammenlegung beider Nester ergibt, wird Gottfried im Forum berichten.
Arbeiterinnen am Eingang
Arbeiterinnen auf Nest
Winterfutter



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Imkerei Alex Schlecht