Hummelkastenheizung für Kälteeinbrüche im Frühjahr


geschrieben von Bulli am 03.06.2017 23:03:49
Als Antwort auf Hummelkastenheizung für Kälteeinbrüche im Frühjahr von RalfH am 03.06.2017 11:19:46
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Hallo,
welche Temperatur exakt notwendig ist, kann ich nicht sagen.
Weil die Hummeln aber bei ca. 5 bis 10 Grad Temperatur in ihrem Überwinterungsversteck im Frühling auftauchen, würde ich annehmen, dass 5 bis 10 Grad nicht schlecht wäre.
Larven können nach meinem Wissen auch ohne bebrütet zu werden die Zeit überstehen. Allerdings glaube ich nicht, dass sie wie die Hummelkönigin Frostschutz gebildet haben. Somit wären sie bei Temperaturen unter 0 Grad erfroren.
Wenn man Eierwiegen von Erdhummeln Temperaturen von +2 Grad Celsius aussetzt, sind sie nach meinem Wissen auch nicht mehr entwicklungsfähig.

Irgendwo las ich, dass beheizen nichts bringt. Ich weiß nicht mehr wo, denn ich hätte gerne gefragt, ob damals auch zwei Tage lang -5 Grad Celsius herrschten.

Franz Schmidlechner hat mit beheizten oberirdischen Nistkästen Erfahrung. Nur seine teilversenkten Erdhummelnistkästen (Nistkasten von allen Seiten wird Erde angehäuft) haben keine Heizung. Der Heizstab/Heizplatte ist am Boden verbaut und erwärmt einströmende Luft. Gesteuert werden die Heizelemente zentral für alle Kästen gleichzeitig. Über den Wärmequellen sind zwei Lochziegel, durch die die warme Luft strömt. Dann strömt sie an dem Innenkasten mit Deckkasten/Anzuchtdeckel vorbei und verlässt den Nistkasten durch ein Loch im Dach. Vermutlich hat er einfach die Wärme der Abluft zur Regelung herangezogen. Inzwischen hat er allerdings diese Luft-Konvektion aufgegeben und die Beschreibung des beheizten Nistkastens aus dem Netz genommen. Seine Telefonnummer findest du im Netz.

Ich denke, dass es ausreicht normale Bodentemperaturen in 15-25 cm Tiefe zu simulieren. Also 10 Grad Celsius oder knapp drüber.

Eine Heizfolie oder Heizplatte ist bestimmt die beste Wahl. Besonders, weil man nicht weiß, wo die Kleinen ihr Nest anlegen. Oben im feinen Nistmaterial, tief vergraben in der groben Streu, mittig oder in einer Ecke.

Ich dachte mal an einen 4-10 mm dünnen Styroporstreifen unter den Innenkarton legen. Dann ein Elektroinstallationsrohr an einer Seite warm machen und mit einer Zange zusammen drücken. Das kann man knapp über dem Kartonboden durch die Kartonseite drücken und bis zur gegenüberliegenden Seite schieben. Seitlich am Karton ein wenig überstehen lassen. Dort hinein ein passend langes Aluminium-Rohr. In das Alurohr kann man dann drei Leistungswiderstände einschieben. Ein Knoten im Kabel um zu markieren, wie weit die Widerstände rein passen. Die Steuerung ganz einfach über 3 Zweipunkt-Schalter. Erster Schalter Schaltschwelle +8Grad, 1/4 Gesamtleistung, Zweiter Schalter Schaltschwelle +5 Grad Celsius mit 1/4 Gesamtleistung. Dritter Schalter Schalltschwelle 0 Grad Celsius mit 1/2 Gesamtleistung. Verkabelung von der Schaltzentrale mit H03VV-K 4G0,75 zu allen Nistkästen. Ich habe also eine Parabel für die Leistung bezogen auf die Temperatur gewählt. Wie groß die maximale Leistung sein muss, wäre auszuprobieren. Auch ob diese Form der Energieabgabe das Nest zu sehr austrocknen würde. Naja. Vielleicht wäre es besser einen Zweipunktschalter mit 10 Grad Celsius Grenze mit dem Heizwiderstand einfach ins Rohr zu schieben.
Das kennt man von Aquarien-Heizstäben. Aber bei denen wären 230 Volt nötig. :-(

Heizfolien sind entweder teuer oder empfindlich. Ein Ersatz für eine Heizfolie ist ein Aluminiumgehäuse 152x112x30 IP67, in das man einfach normale Keramik-Widerstände einbaut. Kostet unter 10 Euro. Das größere Gehäuse 200x150x28 mm Alu IP67 kostet um die 15 Euro. Da wäre auch Platz drin für eine Zweipunktsteuerung mit 10 Grad Schwellwert.

Frank Hornig hatte mal einen Wespenkasten mit einer Terrarien-Heizmatte (230V, 6 Watt, 17x17cm, IP44, EUR 30) ausgestattet. Eher provisorisch. Keine Ahnung mehr von den Einzelheiten. Die Website ist inzwischen abgeschaltet. Aber beim Terrarium war die Heizmatte nur für den Einsatz unter dem Terrarium-Glasboden empfohlen. Sechs Watt Dauerleistung scheinen auf der Oberfläche über dem Einstreu eine Temperaturerhöhung von 18 Grad Celsius zu erreichen. Im Einstreu anscheinend deutlich mehr.

Viele Grüße
Bulli




Beiträge in diesem Thema:

     Hummelkastenheizung für Kälteeinbrüche im Frühjahr   - RalfH 02.06.2017 14:47:57
        Hummelkastenheizung für Kälteeinbrüche im Frühjahr   - kigazw 02.06.2017 21:08:43
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