Hummeln in Gefahr !


Unsere Hummeln sind in ihrem Leben zahlreichen Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt. Neben den natürlichen Feinden, mit denen die Hummel seit Jahrhunderten zurechtkommt, macht ihr in der Neuzeit vor allem der Mensch stark zu schaffen.

Nachfolgend reiße ich die verschiedenen Gefahrenquellen nur kurz an, eine vertiefende Darstellung findet sich in der Literatur.

I. Bedrohung durch den Menschen



1. direktes Töten


Man will es eigentlich kaum für möglich halten, aber selbst in unserer aufgeklärten Zeit werden viele Hummeln, ja ganze Hummelvölker immer noch mit voller Absicht getötet. Sei es, weil sich einzelne Hummeln in menschliche Behausungen verirrt haben und die Menschen aus Angst und Unwissenheit zur Spraydose greifen, oder weil sich eine Hummelkönigin irgendwo im oder am Haus niedergelassen und ein Volk gegründet hat: viele der possierlichen Insekten finden so Jahr für Jahr ein plötzliches Ende. Dabei ist mit etwas Verständnis und Rücksichtnahme ein Leben mit den Hummeln nicht nur möglich, sondern auch sehr lehrreich und faszinierend.

Wie sollen unsere Kinder jemals Respekt vor dem Leben und der Natur haben, wenn Sie sehen, wie wir alles unerwünschte totspritzen oder erschlagen?




2. Landwirtschaft


Daß auch die Hummeln (aber auch Bienen!) durch den Einsatz diverser Spritzmitteln in der Landwirtschaft stark Schaden nehmen, müßte eigentlich nicht mehr extra erwähnt werden. Auch Flurbereinigungsmaßnahmen, denen zahlreiche Hecken zum Opfer fallen, schaden den Hummeln. In Hecken und Sträuchern finden Sie Nistplätze und Nahrung gleichermaßen. Darüber hinaus werden auch durch das Abmähen von Wegrändern viele Nistmöglichkeiten zerstört. Außerdem finden gerade dort die Pflanzen, die in unserer von Monokulturen geprägten Landwirtschaft keinen Platz mehr haben, einen letzten Flecken “unberührter” Natur. Moh-, Kornblume, Taubnessel und wilder Klee können sich dort entwickeln und mit ihren Blüten einen Beitrag zur abwechslungsreichen Ernährung der Hummeln leisten.


3. im Garten


Hobbygärten sind oftmals das letzte Rückzugsgebiet für viele Insekten, so auch für die Hummel. Leider ist es aber auch hier alles andere als sicher! In privaten Gärten ist der Einsatz von Pestiziden, Herbiziden, Insektiziden, Fungiziden usw. mitunter noch stärker verbreitet als in der Ladnwirtschaft. Nur wenn man nicht gleich jede Blattlaus totspritzt, nicht jedes “Un-”Kraut vernichtet, kann sich im Hobbygarten ein gesundes Gleichgewicht einstellen; für Mensch und Natur! Auch im privaten Garten sollten Taubnessel, Mohn- und Kornblume eine Chance bekommen, ihre Blüten für die Hummeln zu entfalten.

Weitere Bedrohungen im Garten sind das Verbrennen von Laub oder das Umgraben von Komposthaufen: dadurch werden Nistplätze oder gar bereits gegründete Völker gewollt oder ungewollt zerstört.





4. Straßenverkehr


Eine wahre Schlachtbank unserer Hummelwelt ist der Straßenverkehr! So manche Hummel findet an einer Windschutzscheibe ihr jähes Ende. Durch ihr größeres Gewicht ist die behäbige Hummel nicht in der Lage,den sich rasch nähernden Autos auszuweichen. Dies ist vor allem im Frühjahr fatal: da in dieser Jahreszeit ausschließlich Königinnen unterwegs sind, bedeutet der Tod einer einzigen Hummel den totalen Verlust eines gesamten Hummelvolkes!




II. Bedrohung durch Tiere


- natürliche Feinde –

Seit Jahrtausenden werden Hummeln von ihren natürlichen Feinden bedroht – und kommen ganz gut damit zurecht! Allerdings sorgt auch hier der Mensch mit seinen zahlreichen Eingriffen in das natürliche Gleichgewicht dafür, daß sich so machner Hummelschädling stark vermehren und so die Hummel über Gebühr gefährden kann.

1. Milben


sind kleine Parasiten, die sich an den Hummeln festsetzen, deren Panzer durchbohren und sich von den Körperflüssigkeiten der Hummel ernähren. Dadurch werden die Hummeln geschwächt und ein starker Befall kann zum Einde eines ganzen Volkes führen.




2. Ameisen


werden durch den süßen Nektar oft in ganzen Armeen angelockt. Vor allem wenn man Hummeln mit Zuckerwasser zufüttert, werden die Ameisen zur Plage. Nistkästen schützt man am besten durch eine Glasplatte, deren Unterseite mit Pflanzenöl bestrichen ist. Darauf stellt man anschließend den Nistkasten. Dieses Hinderniss überwindet so schnell keine Ameise!





3. Wachsmotten


gehören zu den gefährlichsten Hummelfeinden! Es sind kleine Motten, die ihre Eier in das Hummelnest legen. Die daraus schlüpfenden Wachsmottenlarven zerfressen das Hummelnest samt Eier und Hummellarven. Da die Larve der Wachsmotte den Nestgeruch annimmt, wird sie von den Hummeln nicht einmal als Feind erkannt! So manches Volk geht durch diese hinterhältigen Mistviecher verloren, auch ich habe schon sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht!

Wachsmotte bzw. deren Larven:




4. Kuckuckshummeln


Auch Hummeln können den Hummeln gefährlich werden!
Die Kuckuckshummel, oder auch Schmarotzerhummel genannt, ist die Intrigantin unter den Hummeln! Sie dringt in das Nest einer anderen Hummel ein und tötet die Hummelkönigin, um deren Position einzunehmen! Einmal an die Macht gelangt, beginnt die Kuckuckshummel die Brutzellen aufzubeißen und die Hummeleier aufzufressen. Anschließend legt sie ihre eigenen Eier in die Zelle.




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Natürlich ist obige Aufzählung der Bedrohungen keineswegs vollständig! Wer sich intensiver damit beschäftigen will, sollte dies mit einschlägiger Literatur tun.


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